Die 10 besten Campingplätze in Österreich
Österreich verbindet Alpen-Dramatik mit mitteleuropäischer Campingkultur. Mehrere hundert klassifizierte Campingplätze — viele davon mit bis zu vier oder fünf Sternen bewertet — bieten Standards, die auch verwöhnte Camper überzeugen. Von den türkisen Badeseen Kärntens über die hochalpinen Täler Tirols bis zu den kulturnahen Plätzen rund um Wien und Salzburg reicht die Bandbreite. Die Hauptsaison läuft von Juni bis September; die begehrtesten Hochsaison-Stellplätze im Juli und August sind oft schon im Frühjahr ausgebucht. Wer Ruhe und mildere Preise sucht, fährt in der Vor- und Nachsaison (Mai/Juni und September). Eine Übernachtung kostet je nach Komfort und Lage typischerweise im mittleren zweistelligen Euro-Bereich pro Stellplatz mit zwei Personen. Hinzu kommen meist eine Kurtaxe und Gebühren für Strom und Dusche. Wer mehrere Regionen verbinden möchte, sollte bedenken, dass die Alpenpässe — etwa das Hahntennjoch oder die Großglockner-Hochalpenstraße — erst ab dem späten Frühjahr schneefrei sind. Die folgenden zehn Plätze decken die ganze Bandbreite ab: vom mondänen Bergsee bis zum hochalpinen Gletschertal.
1. Camping Aufenfeld, Aschau im Zillertal, Tirol
Direkt im Zillertal, einem der meistbesuchten Alpentäler Österreichs, bietet Aufenfeld Top-Ausstattung in spektakulärer Bergkulisse. Hallenbad, Sauna, Restaurant und gepflegte, beheizte Sanitäranlagen machen den Platz ganzjährig attraktiv. Das Zillertaler Wandernetz ist direkt ab Platz zugänglich; Rafting auf dem Ziller und Klettersteige liegen wenige Autominuten entfernt. Innsbruck ist rund eine Stunde entfernt. Der Platz wird regelmäßig unter den besten Campingplätzen Österreichs gelistet. Die Gondelbahnen des Tals — etwa hinauf zur Spieljochbahn oder ins hintere Zillertal Richtung Hintertuxer Gletscher — sind bequem erreichbar und machen den Platz auch für Wenig-Wanderer attraktiv.
2. Camping Seehof, Weissensee, Kärnten
Der Weissensee gilt als einer der saubersten Badeseen Österreichs — Motorboote sind verboten, nur Muskelkraft ist erlaubt, und das Wasser erreicht im Hochsommer angenehme Badetemperaturen. Camping Seehof liegt direkt am Ufer mit privatem Seezugang: Schilf, Bergspiegelung, Stille. Im Winter wird der See zu einer der größten natürlichen Eislaufflächen Europas; im Sommer ist er ein Eldorado für Schwimmer und Kajakfahrer. Villach als nächste größere Stadt liegt etwa eine Dreiviertelstunde entfernt. Wegen der besonderen Wasserqualität und des Verbots von Verbrennungsmotoren gehört der Weissensee zu den ruhigsten Badeseen der Ostalpen; der hochgelegene See bleibt selbst im Hochsommer angenehm kühl und klar.
3. Camping Rosental Rož, Ferlach, Kärnten
Im Rosental an der slowenischen Grenze liegt dieser familiengeführte Platz nahe einem Naturreservat. Direkter Zugang zur Drau und zum Karawanken-Wandernetz verbindet Bergsteig-Tradition mit entspanntem Flusscampen. Der Platz ist gut für Radwanderer auf dem Drauradweg (R1), der von Osttirol bis nach Kroatien führt. Klagenfurt mit dem Wörthersee ist rund 20 Kilometer entfernt; die Saison reicht etwa von Mai bis September. Die Karawanken bilden die natürliche Grenze nach Slowenien und bieten Tagestouren bis zum Hochobir; das Rosental selbst ist für seine artenreichen Wiesen und das milde Klima bekannt.
4. Camping Wien Süd, Wien
Für Städtereisende der logische Basislager-Platz: Wien Süd liegt im Südwesten der Stadt mit guter ÖPNV-Anbindung; das Zentrum mit Stephansdom ist in rund einer halben Stunde erreichbar. Vollständige Infrastruktur, großzügige Parzellen und ein internationales Publikum. Wer eine Kulturreise nach Wien mit Camping verbinden will, findet hier den besten Kompromiss aus Naturnähe und Großstadt. Wegen der Lage empfiehlt sich eine Reservierung in der Hochsaison. Schönbrunn, das Belvedere und der Wiener Prater sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln in kurzer Zeit erreichbar; abends lässt sich der Trubel der Großstadt gegen die Ruhe des Wienerwaldes eintauschen, der gleich westlich des Platzes beginnt.
5. Camping Hofer, Zell am See, Salzburger Land
Am Ufer des Zeller Sees gelegen, mit Direktzugang zum türkisklaren Wasser und Panoramablick in Richtung Kitzsteinhorn-Gletscher. Einer der romantischsten Campingplätze Österreichs und sehr beliebt bei österreichischen Familien. Seepromenade und Ortszentrum von Zell am See sind zu Fuß in etwa einer Viertelstunde erreichbar; die Gletscherbahnen am Kitzsteinhorn ermöglichen Sommerski und hochalpine Ausflüge. Der nahe Nationalpark Hohe Tauern mit dem Großglockner und den Krimmler Wasserfällen, den höchsten Wasserfällen Mitteleuropas, ist ein lohnender Tagesausflug.
6. Naturcamping bei Hauser Kaibling, Schladming, Steiermark
Schladming ist Weltcup-Skiort und Wanderparadies zugleich. Plätze am Talgrund bieten direkten Zugang zu den Liftanlagen der Schladminger Vier-Berge-Skischaukel sowie zum Ennstal-Radweg. Im Herbst, wenn die Lärchen golden werden, ist die Umgebung der Niederen Tauern kaum zu übertreffen. Die Dachstein-Südwand thront im Norden; Graz und Salzburg sind jeweils rund anderthalb Stunden entfernt.
7. Camping Sonnenberg, Sölden, Ötztal, Tirol
Sölden ist eines der höchstgelegenen Ganzjahres-Campingziele Tirols. Der Platz liegt auf rund 1.400 Metern; im September und Oktober locken klare Luft, wenige Besucher und goldene Lärchenwälder. Direkter Zugang zum Ötztaler Wandergebiet und zu den Gletscherregionen am Rettenbach- und Tiefenbachgletscher, die über die höchstgelegene asphaltierte Gletscherstraße der Alpen erreichbar sind. Die Wintersaison ist intensiv — frühzeitig buchen.
8. Camping Burgstaller, Feldkirchen, Kärnten
Am Brennsee — einem kleinen, warmen See — liegt dieser mehrfach preisgekrönte Familienbetrieb. Eigener Badestrand, Dampfbad, Sauna und ein gehobener Restaurant-Standard zeichnen den Platz aus. Für Liebhaber von Komfort-Camping mit Halbpensions-Charakter eines der besten Angebote Österreichs. Der See zählt zu den wärmeren Badegewässern Kärntens; Villach und der Ossiacher See liegen in der Nähe. Kärnten gilt als das „Bäderland" Österreichs: Mit über tausend Seen und einem besonders milden Klima im Süden der Alpen ist die Wassertemperatur im Hochsommer oft höher als an manchem Mittelmeerstrand.
9. Camping Zugspitzarena, Ehrwald, Tirol
Direkt am Fuß der Zugspitze, die von österreichischer Seite über Ehrwald per Seilbahn erreichbar ist. Der Platz liegt auf rund 1.000 Metern Seehöhe; die Zugspitze thront mit fast 2.962 Metern darüber. Eine ideale Basis für Bergtouren und Klettersteige im Wettersteingebirge. Für die Hauptsaison empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung; die Tiroler Zugspitz Arena bietet im Sommer ein dichtes Wanderwegenetz.
10. Seecamp Wallersee, Seekirchen, Flachgau
Nahe Salzburg und damit ideal für die Kombination aus Kultur und Natur: tagsüber Salzburger Festspiele, Mozartstadt und Altstadtbummel, abends Bergsee-Camping. Der Wallersee zählt zu den wärmeren Seen im Salzburger Flachland; der Platz ist familienfreundlich und über S-Bahn und Bus gut mit der Stadt Salzburg verbunden, die rund 20 Minuten entfernt liegt. Mozarts Geburtshaus, die Festung Hohensalzburg und die Drehorte des Films „The Sound of Music" lassen sich tagsüber erkunden, bevor man abends ans ruhige Seeufer zurückkehrt.
Österreich-Camping: Rechtslage und Saison
Wildcampen ist in Österreich je nach Bundesland unterschiedlich geregelt und im Hochgebirge sowie in Schutzgebieten meist untersagt. Ein einfaches Notbiwak oberhalb der Waldgrenze wird in manchen Regionen geduldet, doch wer sicher gehen will, nutzt ausgewiesene Plätze oder bewirtschaftete Almen und Schutzhütten. Tirol und Salzburg haben besonders strenge Regelungen; Informationen holt man am besten beim zuständigen Forst- oder Naturschutzbetrieb ein. Campingplätze öffnen meist ab Mitte Mai; Plätze über 1.400 Metern oft erst Anfang Juni. Die schönsten Wochen für Bergseen sind Juli und August, für goldene Lärchen und leere Plätze der September. Wer mit dem Wohnmobil reist, sollte beachten, dass viele Mautstraßen und schmale Bergstraßen Längen- oder Gewichtsbeschränkungen haben; die Großglockner-Hochalpenstraße etwa ist gebührenpflichtig und nur tagsüber befahrbar. Für die kombinierte Kultur- und Bergreise empfiehlt sich ein eigenes Fahrzeug, da viele der schönsten Seen abseits der Bahnlinien liegen. Insgesamt bietet Österreich für Camper eine selten dichte Mischung aus Komfort, Sicherheit und alpiner Landschaft — und das auf vergleichsweise kurzen Distanzen.